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Rückblick 2023 Von Derneburg nach Salzdetfurth am 15. Juli 2023 mit unserem Wanderführer Rainer Kloppstein

Es ist wieder einer dieser drückend-heißen Julitage, an denen man sich nicht ganz sicher sein kann, ob es nicht noch ein Gewitter gibt, als wir uns nach Derneburg aufmachen. Wer den Namen Derneburg hört, denkt vermutlich zuerst an ein Schloss dieses Namens. Tatsächlich war dieses "Schloss" jahrhundertelang (1213 - 1803) ein Kloster. Im Jahre 1814 bekam es der Graf Ernst zu Münster auf dem Wiener Kongress vom englischen König geschenkt. Er baute es zu einem Schloss um und ließ sich von Friedrich Laves (1788 - 1864) einen englischen Landschaftspark mit verschiedenen repräsentativen Bauten anlegen. Heute führt der "Laves-Kulturpfad" als Rundwanderweg durch den Landschaftspark. Georg Baselitz kaufte das Schloss 1975 und erschuf dort eine ganze Palette seiner berühmt gewordenen Kunstwerke.

 

Wir folgen nun dem Laves-Kulturpfad. Hier und da trifft man auf besondere Baudenkmäler wie das nach dem Vorbild ägyptischer Pyramiden von Laves geschaffene Mausoleum, wo der 1839 gestorbene Graf Ernst zu Münster mit Frau, Tochter, Sohn und anderen Familienmitgliedern beigesetzt wurde. Oder der 1827 ebenfalls von Laves erbaute griechische Tempel, in dessen Inneren sich ein Kaminzimmer befindet, wo der Graf die englische Sitte des Teetrinkens für seine Gäste zelebrierte.  Er tat dies wohl auch aus Dankbarkeit gegenüber dem englischen König Georg III, der ihm wegen seiner besonderen Verdienste 1814 das Schloss geschenkt hatte. Jedoch nicht allzu weit von hier, in südlicher Richtung, entdecken wir ein weiteres stattlichen Schloss. Eingebettet in eine liebliche Landschaft, dort, wo man ein solches Gebäude gar nicht vermuten würde, liegt es am östlichen Rand des Hildesheimer Waldes. Schloss Söder ist ein von Wasser umgebenes Barockschloss, dessen Anfänge bis ins Mittelalter zurückreichen.

Bekannt geworden ist es bei Liebhabern schnulziger Heimatromanzen durch den Film "Du mein stilles Tal" (1955) mit Curd Jürgens und Winnie Markus. Der männliche Superstar dieser Zeit spielte einen Typ Mann ganz nach dem Muster eines englischen "Gentleman", an dem der Graf zu Münster vermutlich seine Freude gehabt hätte.

Damit verlassen wir dieses Idyll im stillen Tal und setzen nun zielstrebig unseren weiteren Weg fort, der uns nach Bad Salzdetfurth führt. Am Rande des dortigen Kurparks kehren wir bei "Witwe Bolte" ein,  eine der Figuren von Wilhelm Busch,  die leider vom Pech verfolgt werden. Bei Kaffee und Kuchen unter der schützenden Markise ist es ganz angenehm, wenn auch nicht so feudal wie in einem Schloss.

Hans-Georg Wendland




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